Marathonreise Wien 21.-24.4.2017

Am Freitagabend, 21.4.2017, treffen nach und nach 14 Läuferinnen und Läufer, Betreuerinnen und Betreuer des Lauftreffs auf dem Bahnhof in Spiez ein. Die Gesichter strahlen und in jedem einzelnen schlummern Vorfreude, Ängste, Hoffnungen, Erwartungen und sehr viel Kampflust, auf das was kommt. Nach einer herzlichen freundschaftlichen Begrüs­sung, mit lockeren und lustigen Sprüchen, treten wir die Reise an.

Wie schon gewohnt, ist alles bestens organisiert und geplant. Unser Hase und seine Anita sind bereits richtige Profis in der modernen Technik des Reisens. Via SMS erhält Hase die jeweilige Wagenreservierung mitgeteilt. Leichten Schrittes folgen wir unserem «Führer», wie immer hinterher und reisen aufs Erste nach Zürich, wo uns die Schlafwagen erwarten. In Bern kommt noch unser «Pesche» hinzu. Er wird uns mit manchem Witz und kurzweiligen Sprüchen die Reise unvergesslich machen.

In Zürich angekommen erwartet uns die erste Überraschung. Es hat eine österreichische Panne gegeben, es fehlen einige Schlafwagen. Was zuerst als Scherz und nicht ernst genommen wird, erweist sich für die Hälfte der Gruppe als bittere Wahrheit. Sitz- und keine Liegewagen! Aber auch dieser Schreck lässt nach und sofort sind alle «Liegewägeler» bereit, den «Sitzwägelern» ihren Schlafplatz abzutreten. Aber wir sind ja keine Weicheier und lassen uns das Sitzerlebnis nicht nehmen. Auf diese Nacht kommt es am Sonntag auch nicht mehr an.

Zur Entschädigung haben wir einen flotten österreichischen Kellner, der sich schon unseren Frühstückswünschen annimmt und auch für unser leibliches Wohl während der Nacht sorgen will. Er serviert uns Kaffee und Bier und lässt sich anschliessend nicht mehr blicken. Und wo bleiben die Sandwiches, die er uns versprach?

So verbringt nun die Hälfte der Mannschaft die Nacht im Sitzen. Am Morgen stellen wir etwas steif fest, dass wir nicht mehr die jüngsten Semester sind und unser Schönheitsschlaf eher etwas zerknittert ausgefallen ist. Auch die «Schlafwägeler» sehen zerknittert aus. Ihre Liegen waren hart und eng. Jetzt wissen wir, warum sie mit den «Sitzwägeler» tauschen wollten J. Gut gelaunt freuen wir uns auf den Kaffee, der uns unser «Bürschtel» versprochen hat. Aber er war wohl etwas besser gelagert als wir und hatte verschlafen. Zuletzt sind wir dankbar, dass wir doch noch unsere Billette kurz vor Wien mit einem (kalten) Kaffee zurück erhalten.

Voller Vorfreude steigen wir in Wien aus und nach einem kurzen Fussmarsch erreichen wir unser Hotel. Hier ist bereits alles bereit und wir können die Zimmer beziehen. Eine halbe Stunde später trifft man sich zum Abmarsch Richtung Riesenrad. Die Fahrt mit der U- Bahn ist für einige neu, aber auch daran gewöhnen wir uns. Nach einer Kaffeepause stehen wir in der Schlange zum Riesenrad und ich sehe sprachlos zu, wie unser Dani bereits von einer älteren Dame umarmt und geküsst wird. Aber sie entpuppt sich nicht als österreichischer Schweizerfan, sondern als Dani‘s Mutter. Fritz und Vreni Sieber sind extra mit dem Flugzeug angereist, um vor Ort, Dani, Brigitte und der ganzen Truppe des LT beizustehen.
Nach der imposanten Fahrt auf dem Riesenrad teilt sich die Spreu vom Weizen, wie unser Chef dies benennt, der Weizen geht auf Entdeckung und die Spreu jagt nach den Startnummern. Wir besichtigen das Zielgelände, wie auch das Startgelände und es kommt so eine gewisse Ehrfurcht vor dem nächsten Tag in uns auf.

Nach einem kurzen Powernap wird das obligate Footing absolviert und dem einen lockern sich die Beine und der Kopf und dem andern wird bewusst, dass es jetzt ernst gilt.

17.55 Uhr, pünktlich nach Berner Art, ist Aufbruch zum Nachtessen. Ein feines italienisches Restaurant, das für Marathon Penne ausgerüstet ist, wurde natürlich wieder von unserer Organisationscrew top ausgewählt. Jedem seine Pasta so bekömmlich, dass es für den nächsten Tag passt. Aufs Dessert wird natürlich verzichtet, wir sind ja Sportler!

Hase instruiert uns über die Aufteilung der Betreuer, denen wir unsere gewünschte Verpflegung abgeben dürfen. Anita, Susanne, Kjetil und Tatiana werden bei Kilometer 14 sein und anschliessend ins Ziel gehen, um alle Ankommenden in Empfang zu nehmen. Ursula und Bernhard werden bei Kilometer 28 und 38 auf uns warten.

Heute Abend sind alle begeistert von den herrlichen Matratzen und glücklich, die doch etwas müden Glieder ganz ausstrecken zu können.

Marathontag, 23. April 2017
Wien. wir werden dich nicht mehr vergessen!

6.00 Uhr ist Frühstück. Es ist ruhig und die Läufer wirken in sich gekehrt. Nicht jeder isst mit Genuss, sondern eher aus Sicherheitsgründen. 6.45 Uhr letzte Verpflegungsabgabe an die Betreuer und 7.15 Uhr ziehen wir los.

Im Startgelände verabschieden wir uns, da es doch noch ein paar Läufer aus den grösseren Kantonen als Bern hat. Jeder versucht sein klopfendes Herz auf seine Weise zu beruhigen und sich auf den Wettkampf zu freuen, denn trainiert haben wir gut und nun dürfen wir zeigen, was wir drauf haben!

Halbmarathon- und Marathonläufer starten bei schönen Wienerwalzer-Klängen gemeinsam…..

21 bzw. 42 Kilometer erwarten uns, es bleiben Stunden und Minuten mit guten und mit weniger guten Gedanken. Gefühlswandlungen, Krämpfe, Hammermann und Co immer im Nacken. Eine Schweizerfahne und bekannte Stimmen, die bei den versprochenen Kilometern rufen: «Heja, gseht guet us, witer so», gibt wieder Auftrieb und Ansporn. Die tausend Engelchen und Teufelchen, die im Kopf gegeneinander kämpfen, aufgeben, nein, durchhalten, verschwinden spätestens bei Kilometer 20- bzw. 41. Dann das Ziel in Reichweite und die grosse Gewissheit wie ein Rausch; geschafft, angekommen, durchgehalten.

Hurra Wien, Ziel erreicht, jeder ist angekommen, jeder ist Sieger über sich, über Schmerzen und Strapazen. Freudentrännen fliessen und die Schmerzen werden vergessen. Müde, abgekämpft und etwas «gstabelig» geht es zurück ins Hotel. Bier, Duschen, Bier, so der weitere Ablauf. Wir sind in Festlaune!

Die Resultate können sich wirklich sehen lassen. Martin wie immer sehr locker ins Ziel kommend in einer Klassezeit von 3:03, Hase trotz Schmerzen und angeschlagener Gesundheit in beachtlichen 3:22, Daniel und Brigitte bei ihrem 2. Marathon mit persönlichen Bestzeiten in 3:34 bzw. 3:41 und die Schreibende auf dem letzten «Zacken» durchbricht endlich die angestrebte Schallmauer von 3:20 und kämpft sich mit 3:17 ins Ziel. Und schon kommt Urs schreiend auf sie zu: «Häsch gunne, bisch 1. bi de alte Fraue». Ich kann es nicht glauben!

Die Halbmarathonis kämpfen sich ebenfalls wacker durch die Tausenden von Läufern. Patrik, lädiert zum Marathon gestartet, lässt Vernunft walten und biegt bei der Abzweigung zum Halbmarathon ab und kämpft sich mit schmerzverzerrtem Gesicht in sehr guten 1.35 ins Ziel. Zwei Minuten später trifft bereits «Pesche», der vor 1 Woche den 10 km Giro Media Blenio in beachtlichen 45.22 beendete, in 1:37 ein und ist 3 Minuten schneller als seine prognostizierten 100 Minuten. Karin lässt nicht auf sich warten und lockeren Schrittes beendet sie als Kat. 15 in 1.39 den Lauf. Wo bleibt Urs? Kann es sein, dass er seine «Pflichten» als Webmaster und Fotograf zu ernst nimmt und unterwegs noch ein paar Impressionen schiesst? Tja, in 1.51 kommt auch er ins Ziel.

Ja, alle haben gesiegt und von Herzen sich über den einen Kategoriensieg gefreut. Das beweist, was für eine wunderbare freundschaftliche Gruppe zusammen war!! Danke von Herzen!!

Ein weiteres gemütliches Nachtessen, ausgelassenes Fachsimpeln und lustige Sprüche lassen diesen Tag unvergesslich werden. Hinkend und nicht ganz beschwerdefreies Fortbewegen, jedoch glücklich und zufrieden kehren wir ins Hotel zurück.

24. April. Rückreise einer leicht hinkenden, «gstabigen» und sehr zufriedenen Lauftreffgruppe ins Heimatland, mit Taschen voller Glücksgefühlen. Wir geniessen die Zugfahrt mit Schlafen, Lesen, Stricken und Schwelgen in den Erlebnissen des Marathons. Sicher und ohne Zwischenfälle (nur das Zug-Restaurant funktionierte nach österreichischer Art), treffen wir nach 10-stündiger Reise in Spiez ein. Die Heimat hat uns wieder!

Herzlichen Dank an Hase und Anita für eure grosse Arbeit. Ihr habt einmal mehr alles super organisiert. Herzlichen Dank auch an Urs, der die Resultate sofort online stellte und diese unvergessliche Reise auch bildlich festhält.

Ja und was wären wir ohne unsere treuen Betreuer! Ganz, ganz grossen Dank an 
Ein weiteres gemütliches Nachtessen, ausgelassenes Fachsimpeln und lustige Sprüche lassen diesen Tag unvergesslich werden. Hinkend und nicht ganz beschwerdefreies Fortbewegen, jedoch glücklich und zufrieden kehren wir ins Hotel zurück.

24. April. Rückreise einer leicht hinkenden, «gstabigen» und sehr zufriedenen Lauftreffgruppe ins Heimatland, mit Taschen voller Glücksgefühlen. Wir geniessen die Zugfahrt mit Schlafen, Lesen, Stricken und Schwelgen in den Erlebnissen des Marathons. Sicher und ohne Zwischenfälle (nur das Zug-Restaurant funktionierte nach österreichischer Art), treffen wir nach 10-stündiger Reise in Spiez ein. Die Heimat hat uns wieder!

Herzlichen Dank an Hase und Anita für eure grosse Arbeit. Ihr habt einmal mehr alles super organisiert. Herzlichen Dank auch an Urs, der die Resultate sofort online stellte und diese unvergessliche Reise auch bildlich festhält.

Ja und was wären wir ohne unsere treuen Betreuer! Ganz, ganz grossen Dank an Susanne, Bernhard, Ursula, Tatjana, Kjetil, und natürlich Anita. Ihr seid unsere Helden.
Barbara

Reisebericht Wien Marathon