Der Lauftreff Spiez am Frankfurt Marathon 26./27.10.2013

Die diesjährige Marathonreise, wiederum bestens organisiert von Hanspeter von Känel, führte nach Frankfurt, wo eine schnelle Strecke wartete und hochkarätige Läuferinnen und Läufer vorneweg laufen würden. Am Samstagmorgen kurz nach sechs Uhr startete das Abenteuer im direkten Zug ab Spiez. Nach Thun war die 13-­‐köpfige Gruppe von Läuferinnen, Läufern und BegleiterInnen komplett. So gut wie möglich versuchte man die Beine zu strecken, genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, studierte die Strecke oder liess sich beschreiben, wo die bekannteste Shoppingmeile liegt.
Nach der Ankunft im Hotel, das in einer eher zwielichtigen Gegend mit vielen rot beleuchteten Etablissements liegt, dafür sehr nahe beim Bahnhof, marschierten die Wagemutigen an bekannten Banken-­‐ und Firmenhochhäusern vorbei, zur Marathon-­‐ messe in der Festhalle beim Messeturm, holten Startnummern, Chip und T-­‐Shirt ab (siehe Foto) und gingen in Gedanken schon mal den Zieleinlauf in der Halle durch. Die im Startgeld inbegriffene Pasta konnte man nämlich unmittelbar im Zielgelände in der Festhalle drin verdrücken mit Blick auf das Zielband und auf riesige Bildschirme, auf denen Interviews und immer wieder wie verrückt geradeaus rennende Menschen zu sehen waren. Dazu dröhnte Musik aus Lautsprechern.
Endlich wieder an der frischen Luft streiften wir in einem stripteaseähnlichen Kraftakt die engen blauen T-­‐Shirts über und ein freundlicher Taxifahrer knipste ein Gruppenfoto von uns.


Frankfurt Marathon 2013

Am Vortag des Frankfurt Marathons unweit des Messeturms.
Hinten von links: Martin Müller, Bänz Hirschi, Hanspeter von Känel, Walter Zeller, Peter Zbinden.
Vorne: Christoph von Känel, Brigitte Hänni, Barbara Schmid-­‐Stoller, Markus Schneeberger

Zurück im Hotel wurden die Zimmer zugeteilt und jede(r) bereitete sich auf seine Weise auf das grosse Ereignis vom nächsten Tag vor. Wie bringe ich den Chip am Laufschuh richtig an, auf welcher Höhe genau befestige ich die Startnummer? Vorne muss sie angebracht werden, das steht in den Startunterlagen. Will ich überhaupt im Träger-­‐ leibchen laufen? Soll ich eine Tube Gel mehr einstecken? Soll ich in einen Plastiksack eingehüllt ins Startgelände gehen oder die Gelegenheit nutzen, das alte T-­‐Shirt dort zu entsorgen? Das die weltbewegenden Fragen im Hotelzimmer. Das Footing am späteren Nachmittag war natürlich ein Muss, aber auch landschaftlich bzw. städtebaulich lohnenswert. Es ging im Slalom zwischen Spaziergängern am Mainufer entlang und auf der anderen Seite wieder rauf. Begleitet wurden wir von Sonnenschein und die Schweissperlen sammelten sich auf der Stirn. Man bedenke: Vor einem Jahr schneite es am Vorabend zum Luzern Marathon. An der Temperatur würde es also am nächsten Tag nicht liegen, wenn der Lauf in die Hosen ginge, dachten wir.

Am Abend fühlte ich Mitleid mit dem armen Kellner im „Da Paolo“, denn die gewissenhaften „Marathoni“ tranken weder Alkohol, noch assen sie Fleisch oder Gemüse, sondern begnügten sich mit feinem Brot und Teigwaren, zum Teil immerhin an pikanter Sauce. Dazu tranken sie fläschchenweise Mineralwasser und am Schluss verschmähten sie noch das Dolce! Glück hatte, wer sein Zimmer nicht auf die weiter oben genannte Strasse hinaus hatte. Wir behalfen uns mit Ohropax (danke Bänz!), um die arabische Musik und das laute Gerede nicht die ganze Nacht hören zu müssen.

Die ersten Läufer und Läuferinnen begaben sich schon um halb sieben in den Frühstücksraum, um das Frühstücksbuffet minutiös nach verträglichen Esswaren abzusuchen, portiönchenweise auf den Teller zu legen und wie geplant zum richtigen Zeitpunkt einzunehmen. Eine halbe Stunde später war das Buffet dann offiziell geöffnet.

Eine Stunde vor dem Marsch an den Start durften die Abenteurer dann ihre beschrifteten Flaschen und „Gütterli“ den drei charmanten Betreuerinnen und dem jungen Betreuer abgeben und sich sicher sein, dass sie bei Kilometer 14 und 28 auf lauthalse Unterstützung zählen konnten. Ein herzliches Dankeschön an Anita, Susanne, Katharina und Levin!

 Und wie jede(r) Einzelne die 42,195 km hinter sich brachte, erzählen sie euch bestimmt gerne. Jedenfalls liefen alle mehr oder weniger glücklich ins Ziel trotz des zeitweise böenartigen Windes, der auf den letzten Kilometern plötzlich zwischen den hohen Häuserzeilen hervorstiess. ms